Argumente

Aktueller Fleischatlas – BUND, Heinrich-Böll-Stiftung
https://www.bund.net/?id=18744


Das Tierleid

Tiere sind fühlende Geschöpfe wie wir, die Schmerz und Angst empfinden. In der Massentierhaltung werden sie zu Konsumgütern degradiert. Sie fristen ein kurzes und schreckliches Leben, oft ohne Tageslicht, auf engstem Raum, ohne ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, zusammengepfercht auf Vollspaltenböden ohne Einstreu und in ihrer Verzweiflung sich und ihre Artgenossen verstümmelnd. Es wird alles getan, um in einem sehr kurzen Zeitraum eine möglichst hohe Gewichtszunahme bei den Tieren zu erreichen – ohne wirklich auf die Gesundheit der Tiere zu achten und ohne die Regeln einer artgerechten Tierhaltung einzuhalten. Wesentliche Grundbedürfnisse des Tieres werden ignoriert.

 

Mit Antibiotika und Hormonen verseuchtes Fleisch

Das Futter für die Massentierhaltung wird zum Teil mit Antibiotika und Hormonen versetzt. Antibiotika verhindern Infektionen und Krankheiten, welche sich die auf Hochleistung gezüchteten Tiere in den engen Ställen ohne Antibiotika zuziehen würden. Hormone lassen sie schnell wachsen und Fleisch ansetzen, damit sie möglichst schnell geschlachtet werden können. Beide Stoffe nehmen die Verbraucher später mit dem Fleisch zu sich.

 

Multiresistente Keime

Es geht um Keime wie MRSA: Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus, zu finden auf der Haut auch von gesunden Menschen, lebensgefährlich für kranke Menschen, wenn sie durch Wunden ins Gewebe gelangen.

VRE: Bakterien, die normaler Bestandteil der Darmflora sind und gefährlich werden, wenn sie beispielsweise in die Blutbahn eindringen.

ESBL: ein Enzym, gebildet von verschiedenen Bakterien, das viele Antibiotika unwirksam macht.

Aufgrund des Bewegungsmangels, der Enge und der daraus schlechten Stallhygiene ist das Immunsystem der Tiere geschwächt, deshalb wird Schweinen in der Schweinemast häufig Antibiotika verabreicht, um das Infektionsrisiko der ganzen Gruppe im Stall zu senken. Ohne regelmäßige Antibiotikabehandlungen würden die Tiere reihenweise sterben. Durch den breiten Einsatz von Antibiotika werden diese Keime mehr und mehr resistent, die Antibiotika der Humanmedizin werden folglich unwirksam. Diese unempfindlichen Bakterien werden u.a. als sog. MRSA-Keime bezeichnet. Besonders dieses Bakterium kommt häufig in Schweineställen vor. Dort kann es von Tier zu Mensch übertragen werden. Schweinehalter gehören deshalb zur Risikogruppe.

Der immer noch intensive Einsatz von Antibiotika in der Tiermast gibt Anlass zur Besorgnis, denn nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wird weltweit die Hälfte aller Antibiotika an Tiere verfüttert. In diesem Zusammenhang hat die WHO eine alarmierende Warnung ausgesprochen: Bakterielle Infektionskrankheiten könnten künftig wieder mehr Menschen töten. Der Grund sei die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika weltweit. Somit könnten vermeindlich leichte Infektionen künftig wieder sehr gefährlich werden – trotz der Gabe von Antibiotika.

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http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/antibiotika-tierhaltung-100.html

http://www.aerzte-gegen-massentierhaltung.de/Wer-wir-sind-/-Verein

Multiresistente Keime: Der hohe Preis des Billig-Fleisches

 

Überproduktion und Fleischkonsum

Durch Massentierhaltung ist es zu einer Überproduktion von Fleisch gekommen. Der immer weiter sinkende Preis und die allgemeine Zugänglichkeit hat eine Schattenseite. Die Menschen essen zu viel Fleisch, was die Ausbreitung von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Arteriosklerose und Diabetes mellitus mit sich führt. Derzeit werden jährlich über 58 Millionen Schweine in Deutschland geschlachtet. Der Wert des Fleisches sinkt materiell und ideell.

 

Kleinbäuerliche Betriebe werden massiv verdrängt

Der durchschnittliche Gewinn an einem Mastschwein beträgt 6-7 €. Auf Grund des niedrigen Preises für Schweinefleisch rechnet sich unter solchen Bedingungen nur die Massenproduktion. Die Folge ist, dass innerhalb von 10 Jahren 44% der Betriebe die Schweinemast aufgegeben haben, weil sie sich nicht mehr rechnet. Es haben sich nur noch Betriebe mit hohen Beständen an Schweinen halten können. Damit verliert die kleinbäuerliche Landwirtschaft mehr und mehr an Bedeutung, weil diese kleineren Betriebe kaum noch eine Chance haben, sich an den Märkten zu behaupten.

 

Nur durch Subventionen rentabel

Eine weitere folgenschwere Fehlentwicklung ist durch die Millionen Euro an Subventionen eingetreten, die für die Massentierhaltung ausgegeben und durch die die bestehenden Strukturen noch weiter gefördert und gefestigt werden. Fast die Hälfte ihres Einkommens erhalten die Mäster bzw. Produzenten durch EU-Beihilfen. Jährlich fließt etwa 1 Milliarde Euro aus Brüssel an Beihilfe in die Fleischproduktion, 950 Millionen werden als Direktzahlung an die verschiedenen Produzenten verteilt, 50 Millionen gehen an die großen Schlachtereien. Dank der vielen Subventionen wird in Deutschland mehr Schweinefleisch produziert als gegessen werden kann.

 

Welthunger durch Getreideanbau für Futter

Die wachsende Weltbevölkerung braucht zum Überleben Grundnahrungsmittel. Getreide wie Weizen, Hafer, Roggen und Mais ist die Grundlage für Massentierhaltung. Tatsächlich enden 40 Prozent dieser menschlichen Grundnahrungsmittel als Tierfutter für die industrielle Fleischproduktion. Massentierhaltung ist daher ein Mitverursacher des Welthungers.

 

Abholzung der Wälder für Futteranbau

Für die Anbauflächen von Mais und vor allem Soja für das Tierfutter werden in großem Stil Wälder abgeholzt. Die Anbauflächen liegen großteils in der „Dritten Welt“. Die Anbaufläche vertreibt Kleinbauern und Ansässige von ihrem Land. Das Abholzen der Wälder trägt außerdem zum Klimawandel bei.

 

Immenser Wasserverbrauch

Fleischkonsum und industrielle Tierhaltung gehen mit einem immensen Verbrauch von Wasser einher. Für ein Kilo Schweinefleisch werden zehntausend Liter Wasser verbraucht. Während die Menschen in den Industrieländern ihr Fleisch genießen, haben über eine Milliarde Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung.

 

Klima und Umweltfolgen

Die hohe Produktivität in der Landwirtschaft belastet die Umwelt. Die Toleranz der Ökosysteme, die von ihr geschädigt werden, ist jedoch endlich.

Bei den sehr hohen Bestandsdichten in der Schweinemast fallen große Mengen an Exkrementen wie Gülle an, die auch wieder entsorgt werden müssen. Gülle aus Massentierhaltungsanlagen enthält Rückstände von Antibiotika, Impfstoffen und Hormonen sowie antibiotikaresistente MRSA-Keime. Diese Gülle wird häufig auf Felder ausgebracht und führt zudem zu einer erhöhten Belastung des Grundwassers mit Nitraten. Der im Übermaß vorhandene Stickstoff verursacht gleich mehrere Probleme: die anhaltende Klimaerwärmung durch Bildung von Stickoxiden und Ammoniak, die Verunreinigung des Grundwassers und damit Bildung von Nitrat im Trinkwasser sowie die Überdüngung von Oberflächengewässern.

 

Wenige Arbeitsplätze

Die industrielle Massentierhaltung mit zig-tausenden Tieren pro Stall ist hochtechnisiert und mit nur wenigen Arbeitsplätzen verbunden. Die Anzahl der Mitarbeiter je Stall nimmt ab, je größer die Anlage ist. In einer Anlage mit 10.000 Tieren ist lediglich Arbeitsbedarf für max. 5 Personen. Es ist das Ziel alles zu automatisieren: automatische Fütterung, automatische Entsorgung. Das Ziel ist, dass die Maschinen alles erledigen und eine ungelernte Arbeitskraft für Tausende von Schweinen völlig ausreicht.

WIR FORDERN:

STOPPT…

Faire Preise und
Marktregeln für die Bauern!

Tiergerechte Haltung ohne Antibiotika-Missbrauch!

Gesundes und bezahl-
bares Essen für alle!

Bienen- und umwelt-
freundliche Landwirtschaft!

Freiheit für die
Saatgutvielfalt!

Klimafreundliche, ökologi-
schere und regionale
Landwirtschaft!

Sauberes Trinkwasser!

das Bauernhöfesterben!

die Tierfabriken!

das Export- und
Preisdumping!

die Monokulturen!

die Agro-Gentechnik und
Patente auf Leben!

die Regenwaldabholzung
für Futter und Palmöl!

die steigenden Nitrat-
und Pestizidwerte!